Die Platinotypie

Der 1874 erfundene Platin-Palladium-Druck ist eine der ersten fotografischen Techniken, die ein permanentes Bild erzeugten. Aufgrund seiner beiden nicht oxidationsfähigen Edelmetallkomponenten gelten Platin- und Palladiumabzüge heute als die archivtauglichste Drucktechnik. Platinotypien aus dem 19. Jahrhundert in Museumssammlungen sind noch heute unversehrt in Kontrast und Detailauf-lösung. Zu dieser Zeit waren Platinotypien so beliebt, dass mit Platin vorbeschichtetes Papier sogar industriell produziert wurde.


Im Gegensatz zu herkömmlichen Drucktechniken wie Tintenstrahldruck oder Silbergelatine liegt das bildgebende Material nicht geschichtet auf dem Papier, sondern in der Zellulosestruktur des Papiers, wodurch eine matte Oberfläche und einzigartig weiche Tonwertübergänge entstehen. Zudem kann das Papier nicht maschinell erstellt erworben werden sondern muss zunächst von Hand mit einem selbst-
gemachten Sensibilisierer beschichtet werden. Anschließend wird das nun Licht-sensible Papier mit einem Negativ in der Größe des endgültigen Abzugs zusammengepresst, bevor es einer UV-Lichtquelle ausgesetzt wird, um das endgültige Bild zu erzeugen. Die Herstellung eines Drucks dauert von Anfang bis Ende ca. einen ganzenTag.




